
Juhu!!! Wie schon im letzen Eintrag vermutet, habe ich es wirklich in die innere Mongolei geschafft. Die
innere Mongolei ist - anders als die Mongolei - teil von China, womit man sich lästige Visaschwierigkeiten erspart.
Die innere Mongolei liegt wie ein Deckel im norden "auf" China und die Hauptstadt der inneren Mongolei heißt
Huhot, kann aber verwirrender Weise verschieden geschrieben werden. (z.B. Hohhot Huhhot, Huhehot etc.)
Dort haben wir uns (Ich&Franca) ein Zimmer in einer Jugendherberge geholt und dort zwei Lehrer
meiner Schule getroffen, mit denen wir uns angefreundet haben. Nachdem wir dann Dienstag Nacht angekommen sind haben wir uns Mittwoch früh sofort auf die erste Erkundungsfahrt in der 2,1 Millionen Stadt gemacht. Die mongolische Kultur ist natürlich sehr vertreten und wird - wahrscheinlich auch aus touristischen Gründen - gepflegt und gefördert. Somit findet man überall traditionelles Essen, Tempelanlagen und Museen, welche einen die Kultur näher bringen.
Jedoch scheinen die Einheimischen im Gegensatz zu Peking Ausländer noch nicht so gewohnt zu sein. Die beiden Lehrer haben ihre zwei Jahre alte Tochter mitgenommen und die hatte es wirklich nicht leicht. Nach kurzer Zeit haben sich kleine Grüppchen gebildet, die die Kleine anfassen wollten und mit ihr ein Foto haben wollten. (siehe Foto)

Dies wurde nach einer Weile wirklich eine Belästigung und obwohl die Chinesen es nicht böse meinen, mussten wir doch klar machen, dass es kein Tier im Zoo, sondern ein Kind ist.

Aber auch die erwachsenen Langnasen wurden viel stärker beobachtet als in Peking und so mussten auch wir vor die Linse. Aber da wir gute Gäste sein wollten und die Huhotter anscheinend Spaß hatten zu fotografieren haben wir gerne gegrinst.
Die zahlreichen buddhistischen Tempel waren wirklich sehr interessant und authentisch, da sie alle von Mönchen bewohnt und genutzt werden. Somit kann man einiges über Religion, Kultur und das Leben der zurückgezogenen Religiösen erfahren. Nachdem wir mehrere Tempel abgearbeit

et haben, sind wir zum HotPot Essen gegangen. Diese chinesische Variante des Fondues bietet eine ganz besondere Art des Essen, da man jedes Gericht entweder scharf oder mild essen kann. Man bekommt einen großen Suppentopf, der zweigeteilt ist und kann dann Fleisch entweder in der scharfen oder milderen Hälfte eintauchen und kochen lassen. (siehe Foto) Somit ist auf jeden Fall für Jeden was dabei :-)
Abends hat es Franca und mich dann noch in einen "Musik Club" verschlagen, der ein Tipp unseres Taxifahrers war. Dort

angekommen saßen wir dann bis 21h alleine da, als sich plötzlich die Kneipe füllte und die Band anfing zu spielen. Als Hobbyschlagzeuger ist mir direkt der eigenwillige Stil des Drummers aufgefallen und bald wurde auch den anderen klar, dass der Taktgeber gar nicht so rhythmisch spielt. Der hatte sich anscheinend schon zwei Bierchen gegönnt und war ziemlich angeschwippst. Nach drei Lieder kam dann also ein Ersatzschlagzeuger und der erste hat die Kneipe richtung Bett verlassen.
Somit sind wir auch irgendwann gen Hostel gefahren und hatten eine erholsame Nacht. Jedenfalls bis 5h morgens, da dann die Lüftung der Jugendherberge angeschmissen wurde und ich beinahe aus dem Bett gefallen bin. Überraschenderweise war unser Zimmer direkt neben dem Hauptlüftungsrohr und somit konnte man (außer man hat den Franca-Ich-Hör-Gar-Nichts-Schlaf) ab dann kein Auge mehr zudrücken.
Da wir aber am Donnerstag so oder so wegen dem Tagestrip ins
Grassland früh aufstehen mussten, habe ich es als eine Art Wecker genommen. Nach zwei Stunden Fahrt waren wir auch schon da - ein riesiges, hügeliges Gebiet mit kurzem Gras übersäht. Dort wurden wir dann als erstes mit einem lokalem Wodka empfangen, der den Magen um 9.30h morgens auf Fahrt gebracht hat. Da gleich danach ein kleiner Pferdetrip (2,5 Stunden) folgte wurde aber alles direkt wieder durchgeschüttelt. (Gottseidank gab es dann bei der Rückkehr noch einen...)
Der Trip in die Steppe war wirklich ein Highlight und die Natur ist ausergewöhnlich schön. Da die Sonne es gut mit uns meinte war dies wohl der schönste Ort der kleinen Reise. Deswegen hier erstmal ein p

aar Bilder:



Franca hatte wohl zufällig das Alfa-Pferd bekommen und somit war sie immer an erster Stelle. Die Pferde haben so oder so nicht auf die Befehle der Reiter gehört, jediglich die Guides konnten die Pferde mit Pfiffen und Geräuschen "fern steuern". (Was bei meinen Reitkünsten allerdings auch besser ist). Jedenfalls hatte das Pferd von Franca immer das Bedürfniss vorneweg zu laufen und hat somit die Gruppe immer wieder durch geschickte Überholungstaktiken hinter sich gelassen. Auch Umwege über Hügel oder durch größere Löcher hat der Gaul gerne auf sich genommen, um an erster Stelle zu sein.
Obwohl doch einige Touristen dort waren, hat man sich etwas in der Zeit zurückversetzt gefühlt und konnte dank traditionellem Essen und Trinken das Leben in dieser harten und unfruchtbaren Umgebung nachempfinden. Zum Abschluss gab es dann noch eine

Einlage: Die lokalen Mongolen wollten uns ihr traditionelles Leben näher bringen und haben uns einen Wrestling Kampf vorgeführt. Nach dieser eher "spielerischen" Einlage haben schon alle die versprochene Pferdeshow erwartet. Diese bestand allerdings nur darin, dass vier Reiter von rechts nach links im Jagdgalopp geritten sind und ein Stück Tuch vom Boden aufgehoben hatten. Da hatten wir uns unter der "spektakulären Reitshow" etwas mehr vorgestellt... (siehe Foto)
Nach der Rückfahrt haben wir uns dann kurz ausgeruht und sind abends noch in eine Kneipe gegangen, die bestimmt in keinem Reiseführer zu finden ist. Als erstes dachten wir, der Laden hätte zu, weil alles dunkel von außen war. Nur ein Licht in Form einer Musiknote ließ einen Klup erahnen. Nachdem wir dann durch das Treppenhaus in die zweite Etage gestiegen sind, wurden wir direkt am Eingang empfangen und in eine Art privat Ecke gesteckt. Der Schuppen an sich war eher dunkel, nur eine Diskokugel erlaubte den tanzwilden Chinesen unfallfreies Bewegen.

Das Taktgefühl scheinen die Chinesen vom ersten Schlagzeuger übernommen zu haben, aber das Wichtigste war, dass alle Spass hatten und vor allem nach dem Song schnell wieder zum Platz zurückkehren konnen. Das war anscheinend eine Art Sport: zwischen den Songs war die ganze Tanzfläche plötzlich leer, sobald die Musik weiter ging füllte sie sich wieder blitzartig und das Getanze konnte seinen Lauf nehmen. (Foto: Sicht von unserem Sitz auf die Tanzfläsche)
Am letzten Tag unserer Reise haben wir dann noch ein paar sehenswerte Tempel und ein Musuem über die innere Mongolei besucht. Das Museemsgebäude war sehr beeindruckend (siehe Foto).

Die Ausstellungsstücke fanden wir allerdings nicht sooo interessant. Nach dem 5. Tonkrug und der 23. Kriegsrüstung hatte man dann irgendwann die Nase voll. (Was die Chinesen aber nicht davon abhielt, jedes Ausstellungsstück sorgfältig mit der Kamera zu dokumentieren!) Nach einem ausgiebigen Essen sind wir dann abends zum Flughafen gefahren und zurück nach Peking geflogen.
Zu Hause waren wir dann doch froh mit einem Gin Tonic und Fletzhose (und ohne Lüftungsrohr!!) einen Film zu schauen und ein warmes zu Hause zu haben...
So, ich hoffe auch dieser Bericht hat euch gefallen!
Bleibt gesund und bis bald,
Dom